In Trauer um und großer Dankbarkeit für Prof. Dr. Walther Specht

Liebe Kolleg*innen,

am Wochenende erreichte uns die traurige Nachricht, dass Prof. Dr. Walther Specht am 29.01.2021 nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren verstorben ist.

Walther wurde schon zu Lebzeiten häufig als „Vater der Mobilen Jugendarbeit“ bezeichnet, weil er das Konzept fachlich fundiert ausgearbeitet und sich engagiert für seine internationale Verbreitung eingesetzt hat. Dabei konnten wir in der Fachwelt aber vor allem erleben, dass Walther leidenschaftlich getragen und angetrieben war von der Überzeugung, dass jungen Menschen, die durch riskantes und gewaltbereites Verhalten auffällig werden, mit Zuwendung statt Ausgrenzung zu begegnen ist. Dies war tief spürbar in allen persönlichen Begegnungen und in seinem Wirken in der von ihm gegründeten Internationalen Gesellschaft für Mobile Jugendarbeit (ISMO), als Honorarprofessor an der Universität Tübingen, als Direktor in der Diakonie Deutschland und in Gremien wie der Nationalen Armutskonferenz.

Immer wieder hat er dabei betont, dass Mobile Jugendarbeit für ihn vor allem ein Konzept der „Friedensarbeit“ ist, weil es auf nachhaltige solidarische Veränderungen in Gruppen und im Gemeinwesen zielt und sich gerade in Ländern Osteuropas und Afrikas eignet, um einen Paradigmenwechsel im Umgang mit ausgegrenzten jungen Menschen auszulösen. Wir schließen uns den Worten der BAG an und hoffen, seine Leitideen und fachlichen Überzeugungen und seine Appelle, sich gegen Ausgrenzung und für benachteiligte junge Menschen in Politik und Gesellschaft Gehör zu verschaffen, bleiben lebendig und werden uns weiterhin antreiben.

Unsere aufrichtige Anteilnahme und Gedanken sind bei der Familie